scheibensalmler essen tabletten weg

Über Google treffen einen schon lustige Suchanfragen. So wie die im Titel aufgeführte. Ja, Scheibensalmler lieben Welstabletten! Und wenn man sich ein Rugby-Spiel unter Fischen ansehen mag, dann ist eine leckere Futtertablette das Mittel der Wahl!

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Über Metynnis hypsauchen

Metynnis hypsauchen wurde 1844 von MÜLLER & TROSCHEL erstmalig mit dürren lateinischen Worten beschrieben und in die damals verbreitete Sammelgattung Myletes gestellt. Spätere Synonyme sind Metynnis calichromus (schreitmuelleri) und Metynnis ehrhardti. Fast alles, was im Netz als M. hypsauchen gezeigt wird (insbesondere auf Youtube), ist in Wirklichkeit Metynnis altidorsalis. Grund genug, hier etwas weiter auszuholen.

Der Name hypsauchen bedeutet mit hohem Nacken (von ὑψηλός und αυχένας). Damit ist das Alleinstellungsmerkmal der Art innerhalb der Gattung perfekt charakterisiert. Die Nackenlinie verläuft bei keiner anderen Art so steil und hoch wie bei dieser. Nach meiner Einschätzung ist Metynnis hypsauchen die hochrückigste Arte der Gattung. Bei Jungtieren haben fast alle Metynnis eine fast kreisrunde Form – eigentlich mehr ein auf der Spitze stehendes Quadrat. Im Alter weicht sie aber einem gestreckteren Äußeren. Nicht so bei Metynnis hypsauchen. Hier bleibt die Höhe in Relation zur Standardlänge auch im Alter bemerkenswert konstant.

Die Grundfärbung der Tiere ist silbrig. Die Seiten können im oberen Bereich feine Linien aufweisen, unterhalb der Seitenlinie können es schwach ausgeprägte Flecken sein. Das Fehlen solcher schwachen Zeichnungen sollte nicht irritieren, es kann sich hierbei um Standortvarianten handeln. Stimmungsabhängig können sie einen kleinen schwarzen Schulterfleck ausbilden. Bei einsetzender Dämmerung wird regelmäßig dieser Schulterfleck gezeigt; diese Nachtfärbung zeigen die meisten anderen Metynnis-Arten ebenso.

Die ersten Flossenstrahlen der Afterflosse sind etwas ausgezogen. Die Afterflossen sind leicht rot gefärbt, alle anderen Flossen sind farblos und weisen keine Flecken oder farbige Säume auf. Die Rückenflosse kann deutlich verlängerte Hartstrahlen aufweisen. Die Fettflosse ist bei dieser Art besonders flach und besonders lang (17-22% der Standardlänge). Die Fische werden bis zu 15 cm groß, wobei nach meiner Beobachtung die Männchen etwas kleiner bleiben.

Metynnis hypsauchen ist in Guyana zu finden und im nördlichen Brasilien (um Santarem und Manaus). Das Verbreitungsgebiet reicht laut verschiedenen wissenschaftlichen Publikationen bis nach Venezuela. Die Art tritt in Guyana gemeinsam (syntop) mit Metynnis altidorsalis auf. Bei Fundortangaben südlich des Amazonas dürfte es sich in den meisten Fällen um Fehldeterminationen handeln.

An dieser Stelle möchte ich nochmals auf einen Artikel von ZARSKE verweisen, der neben der spannenden Geschichte von Schreitmüllers Scheibensalmler auch reichlich Bildmaterial enthält, das für die Bestimmung von Metynnis altidorsalis und Metynnis hypsauchen sehr nützlich ist.

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Was kosten Scheibensalmler?

Die folgende Zusammenstellung basiert auf den Angebotslisten verschiedener Händler sowie auf Beobachtungen aus Geschäften. Sie soll lediglich zur Orientierung dienen und nicht etwa den “fairen Wert” der Fische abbilden. Die Größe der Tiere hat großen Einfluss auf den Preis und Wildfänge sind naturgemäß teurer als Nachzuchten. In der Liste sind überwiegend die Preise für die kleineren Exemplare angegeben. Private Inserate, unsicher bestimmbare Arten und Raritäten sind nicht berücksichtigt.

Metynnis altidorsalis……………………….10 bis 18 Euro

Metynnis hypsauchen………………………12 bis 18 Euro

Metynnis (sp. aff.) maculatus…………..20 bis 25 Euro

Metynnis lippincottianus…………………..6 bis 10 Euro

Metynnis mola…………………………………….16,50 Euro

Über Hinweise auf weitere Arten oder abweichende Preise würde ich mich freuen. Gerne können auch Händler hier aktuelle Informationen beisteuern.

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Neuzugänge

Mich hat mal wieder die große Fischlust gepackt. Und heute hatte ich die Gelegenheit, dem nachzugeben. Ab sofort paddelt in meinem Büro-Aquarium ein Trupp von acht Metynnis sp. aff. maculatus ‘PERU’. Als diese vor einem Jahr erstmals von Glaser nach Deutschland importiert wurden, hatte ich die Gelegenheit verpasst, mir welche zu sichern. Um so mehr freue ich mich, dass ich jetzt welche “schießen” konnte.

Diese markanten Scheibensalmler gehören wahrscheinlich zu einer noch nicht beschriebenen Art aus Peru.

Die Tiere sind ausgesprochen attraktiv, mit vielen Punkten, intensivem Rot in den Flossen und haben eine markante Körper- und Kopfform. Im Großhandel geistern diese Tiere leider immer noch unter dem falschen Namen Metynnis lippincottianus. Seinerzeit hatte ich mich dazu schon ausführlich geäußert, warum das so nicht stimmen kann. Auch jetzt dürften diese Tiere wieder unter diesem Namen im Handel auftauchen. Ich halte sehr dafür, dass es sich um eine noch nicht beschriebene Art handelt, worauf ich später noch näher eingehen werde.

Ausserdem konnte ich einen einzelnen Metynnis altidorsalis aus der “Grabbelkiste” erstehen, der aufgrund seiner etwas angenagten Afterflosse nicht ganz sicher im Geschlecht zu bestimmen war. Ich hoffe dennoch, dass es ein Mädchen ist, damit meine Rasselbande vielleicht doch noch einmal in Brunftstimmung kommt. Aktuell beträgt das Geschlechterverhältnis (W/M) 1:10. Also bitte Daumen halten.

Zuletzt zieht noch ein “Schneeball” als Fensterputzer in mein Wohnzimmer-Becken ein.

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Myleus schomburgkii erfolgreich nachgezogen

Eine gelungene Nachzucht ist der Ritterschlag in der Aquaristik, insbesondere dann, wenn man als erster den Code knacken kann.  Vor einiger Zeit hatte ich mal im Raubsalmler-Forum gefragt, ob Myleus schon mal nachgezogen wurden, und die einhellige Antwort war “Nein”. Peter Jäger hat uns jetzt bei Myleus schomburgkii (die Variante mit breitem Band) eines besseren belehrt.

In der neuen DATZ (Oktober 2011) wurde jetzt ein entsprechender Zuchtbericht veröffentlicht. Peter beschreibt darin seine mehr oder weniger zufällige Nachzucht von M. schomburgkii. Die Zutaten sind dieselben, wie sie auch schon für andere Scheibensalmler beschrieben wurden: Weiches, leicht saures Wasser, häufige Frischwasserzufuhr (alle 5 Tage ein Drittel) sowie Temperaturen um 28°C mit nächtlicher Absenkung. Leider wird nichts über die Fütterung berichtet, aber offenbar hat sich der Salmlerschwarm von 15 Tieren so wohl gefühlt, dass die Laichbereitschaft eingesetzt hat. Erstaunlich ist auch, dass die Nachzucht in einem Gesellschaftsbecken von nur 864 Litern gelungen ist.

Also, herzlichen Glückwunsch von dieser Seite und ich hoffe, dass es noch viele Zuchtberichte von diesen und anderen Myleus-Arten geben wird.

Imponierende Männchen von Myleus schomburgkii. Foto: Enrico Richter

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Metynnis erkennen

Mit dem deutschen Namen Scheibensalmler werden in der aquaristischen Umgangssprache (leider) mehrere Gattungen von Sägesalmlern bezeichnet. Zum einen natürlich Metynnis und meistens auch Myleus (Myloplus), manchmal sogar Mylossoma. Entsprechend werden die Gattungen auch schnell mal verwechselt. Aber gerade Metynnis sind von den anderen Gattungen ganz leicht zu unterscheiden.

Wikipedia sagt dazu:

Gattungcharakteristisch die lange, relativ flache Fettflosse, die eine leichte Abgrenzung von der Gattung Myleus (Myloplus) ermöglicht. Weiterhin ist die Gattung durch das Vorhandensein eines Prädorsalstachels charakterisiert, der am lebenden Tier jedoch nicht sichtbar ist. Ferner sind bei Metynnis-Arten die für die Unterfamilie der Sägesalmler typischen Abdominalzähne auch vor den Ventralen (Brustflosse) angeordnet.

Als Aquarianer kann man sich einfach auf die Fettflosse verlassen. Die ist bei Metynnis recht lang, und zwar zwischen 12 und 20 Prozent der Standardlänge der Tiere (die Standardlänge bezeichnet die Länge von der Schnauzenspitze bis zum Ansatz der Schwanzflosse). Nicht nur innerartlich schwankt dieser Wert, sondern auch zwischen den Arten der Gattung und trotzdem kann dieses Merkmal zuverlässig angewendet werden, denn der Unterschied zu Myleus und Co ist in jedem Fall markant.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, darum hier der direkte Vergleich: Auch wenn auf dem Bild des Metynnis hypsauchen die Fettflosse nur zart schimmert, sieht man dennoch, dass sie im Verhältnis zur Körpergröße sehr lang ist. Bei einem annähernd gleich großen Myleus torquatus sieht man dagegen deutlich, dass die Fettflosse mehr ein kleiner Stummel zwischen der Dorsale und Caudale ist. Das verhält sich bei allen anderen Arten der Gattung Myleus ganz genau so. Also lautet der langen Rede kurzer Sinn: lange Fettflosse = Metynnis.

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Metynnis altidorsalis beim Liebesspiel

Im Unterschied zu Myleus und Mylossoma ist die Nachzucht von Metynnis-Arten seit den 50er Jahren entschlüsselt. Gutes Futter und eine deutliche Temperaturerhöhung sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren. Mir persönlich ist das allerdings noch nicht gelungen. Dafür aber Leonard Goldmann. Von ihm stammt auch dieses schöne Beispiel für Metynnis altidorsalis bei der Paarung.

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