Weideverhalten bei Metynnis


Scheibensalmler sind bekanntlich ja Pflanzenfresser, wobei sie für gelegentliche fleischliche Kost in Form von Mückenlarven oder Artemia  durchaus aufgeschlossen sind und klaglos Ersatzfutter nehmen. In einer gemischten Gruppe von aus Metynnis und Myleus zeigt sich aber, dass sich die Vorlieben der Tiere ganz erheblich unterscheiden.

Metynnis (in meinem Fall M. altidorsalis) halten sich eher bodennah auf, sie haben ein endständiges Maul und eine ihrer Korpergröße entsprechende (im Vergleich zu Myleus schwächere) Bezahnung. Detailliertere Aussagen lassen sich mangels Literatur über Myleus-Arten momentan nicht treffen.

In der aquaristischen Praxis nehmen sie Grünfutter am liebsten in Bodennähe auf und es sollte es sich nach Möglichkeit nicht im Becken bewegen. Wenn Grünfutter im Freiwasser oder an der Oberfläche schwimmt, wird es häufig nicht angenommen. So konnte ich noch nie beobachten, dass z.B. Salatblätter von der Oberfläche des Beckens herabgezogen werden. Es muss also auf einen Stein gebunden werden, um dem natürlichen Auftrieb entgegenzuwirken. Ausserdem sollte man beachten, dass man Metynnis eher weiches Futter anbietet, wobei ich davon absehe, irgendwelche Futtermittel zu überbrühen.

Die Wahl des Futters ist ein gewaltiges und spannendes Experimentierfeld. Es wird ziemlich alles angenommen, sofern es weich ist. Salat, Chicoree, Löwenzahn, Vogelmiere und anderes (Un)kraut werden gut angenommen. Behaarte Pflanzen werden allerdings etwas gemieden, ich habe bei Melisse und Brennessel beobachtet, dass die Fische zwar ein wenig knabbern, aber kaum davon fraßen. Weiches Gemüse wie Zucchini, Mairübchen und dergleichen wird ebenfalls gut angenommen. Man muss sich allerdings darauf einstellen, den größeren Teil davon wieder aus dem Becken herauszunehmen.

Grünzeug kann man einfach hemmungslos ausprobieren, man sieht ja, wie die Fische darauf reagieren. Dabei vertraue ich darauf, dass sie sich schon nicht freiwillig umbringen werden. Im natürlichen Habitat müssen sie schließlich auch selbst entscheiden, was gefressen wird und was nicht. Und dass Tiere, die über Generationen in menschlicher Obhut gehalten werden, ihre Instinkte verlieren, ist ein Gerücht.

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Ein Kommentar

  1. Inzwischen habe ich meine Truppe daran gewöhnt, Salat auch von der Oberfläche zu nehmen. Bislang funktioniert das aber nur mit ihrem Lieblingssalat: Eichblatt.

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