Jetzt im Handel: Metynnis non lippincottianus


Im Juli-Newsletter von Aquarium Glaser wurden diese hübschen Tierchen als Metynnis lippincottianus vorgestellt. Inzwischen sind sie im Zoohandel angekommen und schwimmen dieser Tage  in den Becken zahlreicher Zoogeschäfte. Diese hier in einer Berliner Fressnapf-Filiale.

Es gibt aber gute Gründe anzunehmen, dass es sich um etwas anderes als Metynnis lippincottianus handelt. Selbst bei Glaser wurde diese Artbezeichnung unter Vorbehalt vergeben, aber was nützt das, wenn diese im Handel unhinterfragt auf die Becken geschrieben wird? Hier wird ohne Not Verwirrung in der Aquaristik-Szene gestiftet. Ein beherztes sp. HERKUNFT wäre mir in einem solchen Fall lieber.

Die Abgrenzung von M. lippincottianus zu M. maculatus ist durchaus heikel, wenn man von konservierten Tieren und unsicheren Erstbeschreibungen ausgeht. Die Essenz der jüngsten Revision von Zarske und Géry ist, dass beide Arten an der Anzahl der Schuppen in der Zeitenlinie gegeneinander abzugrenzen seien. Das löst bei Praktikern nicht unbedingt Jubel aus. Hier wäre ein griffigeres Kriterium wünschenswert.

Schaut man sich Tiere dagegen in Lebendfärbung an, die als Metynnis lippincottianus oder cf. lippincottianus determiniert wurden, fallen eklatante Unterschiede auf. Wer hat, kann zum Vergleich auch mal das Buch Atlas des poissons d’eau douce de Guyane von Planquette, Keith, le Bail zurate ziehen. Wie man an den Fotos hier sieht, sind diese Fische meilenweit von M. lippincottianus entfernt.

Das gesagte soll aber niemanden abhalten, diese Tiere zu erwerben und sich daran zu erfreuen! Es sind äußerst attraktive Scheibensalmler. Und vielleicht ist es tatsächlich sogar eine noch unbeschriebene Art.

Hier geht es zum Artenporträt von Metynnis lippincottianus.

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Über Metynnis lippincottianus

4 Kommentare

  1. Da ich genau diese Art (mit ca. 3-4 cm Länge) in einer Gartenfachmarkt-Zooabteilung gesehen habe, würde mich interessieren, wie groß diese werden kann und ob diese auch ausgeprägte Pflanzenfresser sind, da man diesbezüglich auch bei den anderen Metynnis-Arten recht unterschiedliche Erfahrungen und Meinungen in einigen Foren liest.

    1. Diese Art hat bei mir nach zwei Jahren eine Größe von 8-10 cm SL erreicht. Ulkigerweise mögen sie es nicht, wenn ich mit dem Zollstock vor dem Becken hantiere.;-)
      Nach meiner Erfahrung machen sich alle Metynnis über kurz oder lang an Grünfutter heran. Romana, Eichblatt, Eisbergsalat – wird alles gern genommen. Meine Empfehlung wäre daher, die Fische in unbepflanzten Becken zu hältern.

  2. Ich habe eben diese Art bei Aquarium Glaser erworben – sieben Tiere in einer „kindlichen“ Größe von ca. fünf cm. Diese Tiere laufen jetzt wohl auch nicht mehr unter der Bezeichnung M. sp. aff. maculatus (Vermutung), sondern sind direkt als Metynnis sp.“big spots Peru“ quasi „etikettiert“. Das ist schon alles verwirrend; jedoch bleibt Peru erhalten und big spots ist – denke ich – ebenfalls mehr als zutreffend. Fakt ist jedoch, dass dies richtig tolle Tiere sind und ich mich auf deren Entwicklung freue.

    So nebenbei erwähnt: Vielen Dank für deine informative Website – Klasse!

    Gruß, Thomas

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