Im Dutzend schöner


Meine ersten Scheibensalmler waren ein Restposten Metynnis altidorsalis bestehend aus vier Männchen und einem Weibchen. Mit diesem Geschlechterverhältnis war ich nie so ganz glücklich. Erst nach gut einem Jahr konnte ich endlich ein paar Wildfänge zukaufen und die Gruppe aufstocken. Seit einigen Wochen schwimmen nun also sieben kleine Dickkopfscheibensalmler neben fünf Alttieren in meinem 546 Liter Becken.

Mit dem Zusammenbringen von Fischen derselben Art, aber verschiedenen Alters bietet sich eine sehr reizvolle Gelegenheit für nicht alltägliche Beobachtungen. Wie würden die Alttiere auf die jungen reagieren? Zeigen die als Schwarmfische geltenden Salmler aufgrund der vergrößerten Gruppe jetzt ein wirkliches Schwarmverhalten?

Die Neuankömmlinge waren nur so etwa 5 cm groß, eine sichere Geschlechterbestimmung war noch nicht möglich. Mit geübtem Auge konnte man jedoch schon etwas erahnen. Gleich nach dem Einsetzen haben die Jungtiere die geschützte Ecke der Alten in der sicheren Nähe des Filters gesucht. Also doch Schwarmfische? In der Folgezeit hat sich herauskristallisiert, das ich zwei Gruppen von Fischen hatte, die relativ wenig soziale Interaktion zeigten. Die jungen Fische blieben weitgehend unter sich, die alten sowieso.

Auffällig ist, dass die jungen Tiere immer näher beieinander stehen als die alten. Während die adulten Tiere in der Regel einen Individualabstand von 5, eher 10 cm wahren und vielleicht mal als Zweier-, höchstens Dreiergruppe unterwegs sind, schwimmen die jungen Fische immer eher im 5er bis 7er-Verband bei einem Individualabstand von oft weniger als 5cm.

Jetzt, wo die Jungtiere langsam die Geschlechtsreife erreichen, ändert sich das Bild allmählich. Zum einen vollführen die Männchen regelmäßig Scheinpaarungen – eine Leidenschaft, der sich die adulten Männchen ebenso ausgiebig widmen-, zum anderen wird auch schon mal ein Alttier in jugendlichem Übermut angebalzt. Überhaupt macht es den Eindruck, als würden die ausgewachsenen M. altidorsalis zunehmend Notiz von den jungen nehmen und immer häufiger kann man beobachten, wie sie in die Ränkespiele der Jungen eingreifen.

Auch „entsenden“ die Alttiere immer wieder mal einen Beobachter in Richtung der „Jungspunde“. Das ist in der Regel ein Männchen. Dann folgt schnell ein weiteres Männchen, und gelegentlich der ganze Rest. Als Ursache für dieses Verhalten vermute ich Futterneid, da es insbesondere dann zu beobachten ist, wenn die Rasselbande in Richtung Futterstelle schwimmt. Da die Jungen sich unbefangener durchs Becken bewegen, sind sie tendenziell auch schneller an den „Fleischtöpfen“.

Insgesamt hat sich die Aufstockung gelohnt. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich mein kleiner Salmlerschwarm entwickelt, wenn alle Tiere ausgewachsen sind. Das könnte durchaus „Actionkino“ werden.

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