Allgemein

Geschlechtsdimorphismus


Der Begriff Geschlechtsdimorphismus bezeichnet die Unterscheidung der Geschlechter anhand von Formmerkmalen. Bei Metynnis– und Myleus-Arten ist diese sehr unproblematisch anhand der Afterflosse möglich. Daneben gibt es noch Geschlechtsdichromatismus, also die Geschlechtsunterscheidung anhand von Farbmerkmalen. Dieser ist jedoch weniger ausgeprägt und bei den einzelnen Arten auch unterschiedlich, weshalb an dieser Stelle nicht weiter darauf eingegangen wird.

Ganz unabhängig von der Art erkennt man Männchen an der zweilappigen Afterflosse mit ihrem geschwungenen Saum. Beim Weibchen dagegen ist diese ganz gerade. Auf den Bildern ist das gut erkennbar. Leider prägt sich diese Unterscheidung erst relativ spät aus, wenn die Fische fünf bis sechs Zentimeter Standardlänge erreicht haben.

Ganz ähnlich verhält es sich bei Myleus, auch wenn die Afterflossen der Männchen mit ihren sichelförmigen Haken noch etwas anders aussehen. Der „Bauplan“ ist derselbe. Sobald ich passendes Bildmaterial habe, wird es noch ergänzt.

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Was kosten Scheibensalmler?


Die folgende Zusammenstellung basiert auf den Angebotslisten verschiedener Händler sowie auf Beobachtungen aus Geschäften. Sie soll lediglich zur Orientierung dienen und nicht etwa den „fairen Wert“ der Fische abbilden. Die Größe der Tiere hat großen Einfluss auf den Preis und Wildfänge sind naturgemäß teurer als Nachzuchten. In der Liste sind überwiegend die Preise für die kleineren Exemplare angegeben. Private Inserate, unsicher bestimmbare Arten und Raritäten sind nicht berücksichtigt.

Metynnis altidorsalis……………………….10 bis 15 Euro

Metynnis hypsauchen………………………12 bis 20 Euro

Metynnis (sp. aff.) maculatus PERU……8 bis 18 Euro

Metynnis lippincottianus…………………..8 bis 10 Euro

Metynnis mola…………………………………….20,50 Euro

Über Hinweise auf weitere Arten oder abweichende Preise würde ich mich freuen. Gerne können auch Händler hier aktuelle Informationen beisteuern.

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Metynnis von Myleus unterscheiden


Mit dem deutschen Namen Scheibensalmler werden in der aquaristischen Umgangssprache (leider) mehrere Gattungen von Sägesalmlern bezeichnet. Zum einen natürlich Metynnis und meistens auch Myleus (Myloplus), manchmal sogar Mylossoma. Entsprechend werden die Gattungen auch schnell mal verwechselt. Aber gerade Metynnis sind von den anderen Gattungen ganz leicht zu unterscheiden.

Wikipedia sagt dazu:

Gattungcharakteristisch die lange, relativ flache Fettflosse, die eine leichte Abgrenzung von der Gattung Myleus (Myloplus) ermöglicht. Weiterhin ist die Gattung durch das Vorhandensein eines Prädorsalstachels charakterisiert, der am lebenden Tier jedoch nicht sichtbar ist. Ferner sind bei Metynnis-Arten die für die Unterfamilie der Sägesalmler typischen Abdominalzähne auch vor den Ventralen (Brustflosse) angeordnet.

Als Aquarianer kann man sich einfach auf die Fettflosse verlassen. Die ist bei Metynnis recht lang, und zwar zwischen 12 und 20 Prozent der Standardlänge der Tiere (die Standardlänge bezeichnet die Länge von der Schnauzenspitze bis zum Ansatz der Schwanzflosse). Nicht nur innerartlich schwankt dieser Wert, sondern auch zwischen den Arten der Gattung und trotzdem kann dieses Merkmal zuverlässig angewendet werden, denn der Unterschied zu Myleus und Co ist in jedem Fall markant.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, darum hier der direkte Vergleich: Auch wenn auf dem Bild des Metynnis hypsauchen die Fettflosse nur zart schimmert, sieht man dennoch, dass sie im Verhältnis zur Körpergröße sehr lang ist. Bei einem annähernd gleich großen Myleus torquatus sieht man dagegen deutlich, dass die Fettflosse mehr ein kleiner Stummel zwischen der Dorsale und Caudale ist. Das verhält sich bei allen anderen Arten der Gattung Myleus ganz genau so. Also lautet der langen Rede kurzer Sinn: lange Fettflosse = Metynnis.

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Der Prädorsalstachel im Bild

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Lob der alten Fische


Scheibensalmler gehören zu den Fischen, die erst mit dem Alter richtig schön werden. Es gibt genügend Beispiele aus anderen Gattungen, wo Fische mit sehr attraktiven Jugendfärbungen imponieren (sehr zur Freude der Händler), die sich mit dem Alter in eine monochrome Unfarbe verwandeln. Bei Scheibensalmlern und den meisten Mühlsteinsalmlern ist es genau anders herum (sehr zum Leidwesen der Händler).

In ihrer Jugend sehen sie nämlich alle irgendwie gleich aus, von möglichen Fleckungen einmal abgesehen. Es sind kleine, auf der Spitze stehende silberne Vierecke. Je nach Art manchmal etwas getupft, aber auch das meist noch recht dezent. In diesem unscheinbaren Zustand warten sie also auf Käufer. Erschwerend kommt hinzu, dass die jungen Fische nahezu unmöglich zu bestimmen sind. Man ist hier also auf Gedeih und Verderb auf die Aussage des Händlers angewiesen. Und die ist, wie hier schon mehrmals erwähnt, selten zutreffend.

Bei artgerechter, d.h. pflanzenbetonter und eiweissarmer Ernährung sind die meisten Scheibensalmler in einem Alter von etwa einem Jahr annähernd ausgewachsen, wobei auch danach noch ein langsames (Längen-)Wachstum stattfindet. Dann erst erreichen sie Ihre charakteristische Körperform. Je nach Art kann das mehr gestreckt sein wie z.B. Metynnis altidorsalis oder M. lippincottianus oder sehr steilstirnig wie Metynnis hypsauchen.

Auch stimmungsabhängige Färbungen intensivieren sich bei Alttieren gewaltig. Ein Schulterfleck, der bei einem jungen Metynnis altidorsalis (ca 6 cm) ein stecknadelkopfgroßes schwarzes Pünktchen ist, wird beim halbwüchsigen Tier zu einem kräftigen Doppelpunkt (ober- und unterhalb der Seitenlinie). Bei einem Alttier kann es sogar zu einer beinahe die gesamten Flanken füllenden Färbung werden. Das sieht dann schon beeindruckend aus! Das soll es ja auch – zumindest im Hinblick auf die Rivalen.

Wer also mit der Anschaffung von Scheibensalmlern liebäugelt, sollte etwas Geduld und gute Hoffnung mitbringen. Die langweiligen kleinen Vierecke werden sich in aller Regel zu sehr ansehnlichen Fischen entwickeln.

Augenschmaus (3)


Endlich habe ich mal schöne Bilder von Myleus torquatus bekommen können. Die Fotos wurden kurz nach einer Umsetzaktion gemacht, weshalb die Tiere noch nicht die volle Farbe zeigen. Immerhin ist der stimmungsabhängig vorhandene schwarze Flossensaum in der gut erkennbar. Die Männchen werden über die Zeit noch mehr Rot in der Afterflosse und der Schwanzflosse bekommen.

Paar von Myleus torquatus, links Weibchen, rechts Männchen. Foto: Enrico Richter.

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