altidorsalis

Umzug in den Keller


Heute war es soweit: Die Metynnis altidorsalis sind in das 450-Liter-Becken im Keller gezogen. In der Wohnung sah es ein wenig chaotisch aus, aber das muss so… Bei der Gelegenheit habe ich auch ein paar Fische aufs Trockene gesetzt, um sie zu fotografieren und anschließend zu vermessen. Das Resultat: Die altidorsalis sind jetzt nach knapp vier Jahren im 546-Liter-Becken ca. 12 cm groß.

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Der Fisch, der aus der Kälte kam


Metynnis Männchen, Aquarienstamm. Charakteristisch sind die unregelmäßigen Tupfen in der Rückenflosse, sowie der rote Saum der Schwanzflosse.

Aus einem Missgeschick kann man unter Umständen mehr lernen als aus monatelanger Beobachtung. Vor einiger Zeit stand eines meiner Aquarien notgedrungen im Keller. Es war ein harter Winter und der Heizer hatte einen erheblichen Temperaturgradienten zu überwinden. Dem Dauereinsatz war er dann nicht gewachsen und fiel aus.

Da ich nicht täglich nach den Fischen sah, habe ich das erst spät bemerkt. Inzwischen war die Temperatur im Becken auf nur 15 °C gesunken. Bei dieser Temperatur begannen die Geophagus altifrons schon zu kollabieren (sie haben es überlebt). Währenddessen blieben die dort einquartierten Dickkopf-Scheibensalmler, Metynnis altidorsalis, davon ziemlich unbeeindruckt. Auch anschließend waren keine Anzeichen von Krankheit zu erkennen.

Interessanterweise findet sich ein ähnlicher Bericht schon 1967 in der DATZ. Dem Autor, Willy Kreitz, war die Heizung ausgefallen und die Beckentemperatur auf 12 °C gefallen, was seine Metynnis schreitmuelleri (=altidorsalis) unbeschadet überstanden. Er berichtete, dass lediglich die Färbung etwas blasser geworden sei.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen, vielleicht auch mit anderen Metynnis- / Myleus-Arten gemacht?

Sommerupdate


Ein halbes Jahr ist seit meinem letzten Eintrag vergangen. Allerdings ist auch nicht viel aufregendes passiert. In erster Linie wachsen die Fische – wenn sie sich nicht gerade umbringen.

Im Bürobecken paddelt eine gemischte Gruppe aus Metynnis altidorsalis und Metynnis sp. aff. maculatus PERU. Von letzteren haben sich leider zwei in den Fischhimmel befördert. Dem einen hat dazu ein drei Zentimeter breiter Spalt in der Deckscheibe genügt. Bitter. Ein anderer von ihnen hat sich hinter dem freistehenden Mattenfilter festgekeilt und ist darin erstickt. Die Mattenfilter vom HMF-Shop lehnen sich ab einer bestimmten Höhe meist gegen die Scheibe. Im unteren Bereich ist genug Abstand, dass die Fische um den Filter herumschwimmen können. Damit entsteht praktisch an einer Scheibe ein keilförmiger Spalt. Einer der Fische muss in Panik in diesen Spalt hineingedonnert sein (Kopf nach oben) und hat es von dort nicht mehr herausgeschafft. Ein heißer Kandidat für den Darwin Award. Als ich das bemerkte, war es längst zu spät. Für die Beckeneinrichtung heißt das, dass es auf eine gute Abdeckung ankommt und dass ein über die Seitenscheibe gehender Mattenfilter die sicherere Variante der Innenfilterung ist.

Auf diesem Bild ist die Beckeneinrichtung gut zu erkennen.

Das große Becken beherbergt nach wie vor ein Gruppe von 9 Metynnis hypsauchen. Die wachsen recht langsam heran. Die Weibchen liegen jetzt bei knapp 10 cm SL und die Männchen – etwas abhängig von der Rangstufe – ein knappes Drittel darunter. Die vermutlich rangniedrigsten sind knapp halb so groß wie die Weibchen. Die Geschlechter sind schon gut zu unterscheiden und das nicht nur an der Größe… Aktuell experimentiere ich ein bisschen mit dem Futter, um diese schönen Scheibensalmler etwas heranzupäppeln.  Von allen meinen Scheibensalmlern sind die M. hypsauchen am wählerischsten, was ihre Nahrung angeht. Die Söll-Standardflakes werden aber überraschend gut angenommen. Ich hoffe, dass sich dieses Futter mit 41% Protein und 18% Fett gut auf das Wachstum auswirken wird. Aber vielleicht schreibe ich dazu bei anderer Gelegenheit noch mehr.

Neuzugänge


Mich hat mal wieder die große Fischlust gepackt. Und heute hatte ich die Gelegenheit, dem nachzugeben. Ab sofort paddelt in meinem Büro-Aquarium ein Trupp von acht Metynnis sp. aff. maculatus ‚PERU‘. Als diese vor einem Jahr erstmals von Glaser nach Deutschland importiert wurden, hatte ich die Gelegenheit verpasst, mir welche zu sichern. Um so mehr freue ich mich, dass ich jetzt welche „schießen“ konnte.

Diese markanten Scheibensalmler gehören wahrscheinlich zu einer noch nicht beschriebenen Art aus Peru.

Die Tiere sind ausgesprochen attraktiv, mit vielen Punkten, intensivem Rot in den Flossen und haben eine markante Körper- und Kopfform. Im Großhandel geistern diese Tiere leider immer noch unter dem falschen Namen Metynnis lippincottianus. Seinerzeit hatte ich mich dazu schon ausführlich geäußert, warum das so nicht stimmen kann. Auch jetzt dürften diese Tiere wieder unter diesem Namen im Handel auftauchen. Ich halte sehr dafür, dass es sich um eine noch nicht beschriebene Art handelt, worauf ich später noch näher eingehen werde.

Ausserdem konnte ich einen einzelnen Metynnis altidorsalis aus der „Grabbelkiste“ erstehen, der aufgrund seiner etwas angenagten Afterflosse nicht ganz sicher im Geschlecht zu bestimmen war. Ich hoffe dennoch, dass es ein Mädchen ist, damit meine Rasselbande vielleicht doch noch einmal in Brunftstimmung kommt. Aktuell beträgt das Geschlechterverhältnis (W/M) 1:10. Also bitte Daumen halten.

Zuletzt zieht noch ein „Schneeball“ als Fensterputzer in mein Wohnzimmer-Becken ein.

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Im Unterschied zu Myleus und Mylossoma ist die Nachzucht von Metynnis-Arten seit den 50er Jahren entschlüsselt. Gutes Futter und eine deutliche Temperaturerhöhung sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren. Mir persönlich ist das allerdings noch nicht gelungen. Dafür aber Leonard Goldmann. Von ihm stammt auch dieses schöne Beispiel für Metynnis altidorsalis bei der Paarung.