Fischmarkt

Auf Einkaufstour


Kürzlich war ich auf Einkaufstour beim Händler meines Vertrauens. Auf der Einkaufsliste standen Scheibensalmler und Welse.

  1. Metynnis sp. aff maculatus big spots (PERU)
  2. Metynnis hypsauchen
  3. Metynnis lippincottianus

Meine Arbeitshypothese ist, dass die Big Spots derselben Art zuzurechnen sind wie die Metynnis sp. aff. maculatus PERU und es sich bei den Tieren mit wenigen großen Tupfen um eine Standortvariante handelt. Beide Varianten schwimmen bei mir in demselben Becken, so dass der direkte Vergleich möglich ist. Für endgültige Aussagen ist es noch zu früh, aber das Bild zeigt weitestgehende Übereinstimmung in Habitus und Färbung.

Mit den Metynnis hypsauchen kann ich endlich den Verlust meines Schwarms ausgleichen. Zu guter Letzt habe ich endlich ein paar Metynnis lippincottianus erstehen können. Der wohl farbenprächtigste Scheibensalmler, zugleich klein bleibend.

Wie das so ist, bin ich natürlich auch noch mit einigen Buntbarschen und L-Welsen heimgefahren…

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Was kosten Scheibensalmler?


Die folgende Zusammenstellung basiert auf den Angebotslisten verschiedener Händler sowie auf Beobachtungen aus Geschäften. Sie soll lediglich zur Orientierung dienen und nicht etwa den „fairen Wert“ der Fische abbilden. Die Größe der Tiere hat großen Einfluss auf den Preis und Wildfänge sind naturgemäß teurer als Nachzuchten. In der Liste sind überwiegend die Preise für die kleineren Exemplare angegeben. Private Inserate, unsicher bestimmbare Arten und Raritäten sind nicht berücksichtigt.

Metynnis altidorsalis……………………….10 bis 15 Euro

Metynnis hypsauchen………………………12 bis 20 Euro

Metynnis (sp. aff.) maculatus PERU……8 bis 18 Euro

Metynnis lippincottianus…………………..8 bis 10 Euro

Metynnis mola…………………………………….20,50 Euro

Über Hinweise auf weitere Arten oder abweichende Preise würde ich mich freuen. Gerne können auch Händler hier aktuelle Informationen beisteuern.

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Scheibensalmler kaufen

Ein unbekannter Metynnis


Diese Fische waren vor einiger Zeit unter der Bezeichnung Metynnis hypsauchen bei OF Aquaristik zu haben. Die letzten fünf Tiere hat ein Bekannter sichergestellt. Aber sind es auch welche?

Angeblich kommen diese Tiere aus Peru, was Metynnis hypsauchen nicht grundsätzlich ausschließt. 1945 wurde diese Art durch Henry Weed Fowler dort dokumentiert. Weitere Belege gibt es meines Wissens jedoch auch nicht. Andererseits sind Händlerangaben zu Fangorten auch notorisch unzuverlässig.

Jetzt lehne ich mich einmal weit aus dem Fenster und behaupte, dass es sich um einen jungen Metynnis orinocensis handelt. Das ist zwar auch kein in Peru vorkommender Vertreter dieser Gattung, und dennoch spricht einiges dafür.

Steindachner (1908) beschreibt den Metynnis orinocensis als „im Profil sehr schwach konvex. Stirngegend stärker konkav.“ Das ursprünglich beschriebene Material ist nicht mehr auffindbar, aber Zarske und Géry haben im Zuge ihrer Revision Syntypen dieser Art identifiziert, also Tiere, die am selben Ort wie das verschollene Typusexemplar gefangen wurden. In ihrer Abhandlung ist ein junger Metynnis orinocensis abgebildet (Katalognummer ZMB 11986), der diesem Exemplar für meine Begriffe erstaunlich ähnlich sieht.

Wenn meine Theorie stimmt, müssten die Tiere später eine relativ gestreckte Körperform annehmen (vgl. hier). In einem Jahr werden sie ausgewachsen sein, dann wissen wir mehr…

Nachtrag: Nach heutigem Kenntnisstand handelt es sich bei diesem Tier eher um ein Exemplar aus dem Formenkreis um Metynnis luna. Dafür spricht der wuchtige Kiemendeckel und die Form der Bauchlinie. Bei Metynnis orinocensis ist der tiefste Punkt viel weiter hinten. Die Nackenlinie dagegen ist eher untypisch. Es bleibt also ein unbekannter Metynnis…

Bei dem Tier handelt es sich vermutlich um einen jungen Metynnis luna. Größe ca 7 cm SL. Foto: Enrico Richter.

 

Jetzt im Handel: Metynnis non lippincottianus


Im Juli-Newsletter von Aquarium Glaser wurden diese hübschen Tierchen als Metynnis lippincottianus vorgestellt. Inzwischen sind sie im Zoohandel angekommen und schwimmen dieser Tage  in den Becken zahlreicher Zoogeschäfte. Diese hier in einer Berliner Fressnapf-Filiale.

Es gibt aber gute Gründe anzunehmen, dass es sich um etwas anderes als Metynnis lippincottianus handelt. Selbst bei Glaser wurde diese Artbezeichnung unter Vorbehalt vergeben, aber was nützt das, wenn diese im Handel unhinterfragt auf die Becken geschrieben wird? Hier wird ohne Not Verwirrung in der Aquaristik-Szene gestiftet. Ein beherztes sp. HERKUNFT wäre mir in einem solchen Fall lieber. (mehr …)