Futter

Eine simple Futterklammer


Wer einmal gesehen hat, wie begeistert Scheibensalmler über Salat herfallen, will das öfter haben.

Aber wie stellt man das praktisch an? Schließlich hat Salat einen enormen Auftrieb, der überwunden werden will. Und von der Oberfläche fressen vor allem Metynnis nicht so besonders gern (wie auch hier schon einmal erwähnt). Das Unterklemmen unter den Scheibenmagneten hat sich nicht bewährt; Salatblätter auf einen Stein zu binden geht nicht ohne nasse Hände ab, weil der Stein mit dem Gummiring auch wieder heraus muß und nicht zuletzt treiben ganz gern ‚herrenlose‘ Gummibänder durch das Aquarium.

Futterklammer

Mit wenigen Zutaten wird aus einem Nuckelband eine brauchbare Futterklammer.

Die Lösung kam, als meine Holde dieses Nuckelband aus der Drogerie mitgebracht hatte. Wir wußten zwar nicht, wie man einen Nuckel daran befestigt (inzwischen wissen wir’s), aber das Potential für eine Futterklammer hab ich sofort erkannt!

Mit einer Sicherheitsnadel wird ein Angelgewicht um das Band gehängt, am besten eines mit Öse, so dass es sich leicht auffädeln läßt. Bei Bedarf können auch mehrere Gewichte an die Nadel gehängt werden. Mit einer Angelschnur an der Öse kann die leer gefressene Klammer bequem wieder aus dem Aquarium herausgenommen werden.

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Vegetarisch für Faule


Fischsuppe mit Grünkohl: Scheibensalmler bei der Fütterung.

Fischsuppe mit Grünkohl: Scheibensalmler bei der Fütterung.

Scheibensalmler (Metynnis) sind in ihrer natürlichen Umgebung primär Pflanzenfresser und auch im Aquarium entsprechend begierig auf pflanzliche Kost. Darauf wurde hier und hier und hier schon hingewiesen.

Wer also schnell mal einen Veggie-Snack für seine Scheibensalmler parat haben will, greift einfach zu gefrorenem Grünkohl oder Spinat. Das wird gern genommen, kostet so gut wie nichts und ist in der Handhabung so einfach wie jedes andere Frostfutter. Leicht zu beschaffen ist es obendrein.

Ganz hilfreich ist es übrigens, wenn man den Block einmal antauen lässt und dann Portionswürfel passender Größe schneidet und alles wieder zurück ins Eisfach legt. Das erleichtert die Entnahme um einiges.

Vogelfutter


Diesen Artikel wollte ich mal wieder aus dem Fundus holen. Ich halte zwar keine Myleus mehr, aber die Metynnis knabbern genauso leidenschaftlich an den Körnern. Ich füttere sie täglich als kleinen Snack. Wer seinen Fischen etwas Abwechslung bieten will, kann auch Sonnenblumenkerne, Leinsaat, Nüsse und Kürbiskerne anbieten.

Vogelfutter für Fische? Klingt verrückt, ist es womöglich sogar,  es funktioniert aber.

Von einem Beitrag im Raubsalmlerforum, den ich vor längerer Zeit gefunden hatte, habe ich mich inspirieren lassen, meine Scheibensalmler mal mit Hirse zu füttern. In dem Foren-Beitrag ging es um Myleus-Arten, deshalb hatte ich das nicht weiter verfolgt, für die kleinen Metynnis kam das irgendwie nicht in Frage.

Die Hirse-Hafer-Mischung wird gut angenommen.

Da seit kurzem auch ein paar Myleus in meinem Becken schwimmen, habe ich die Idee wieder hervorgekramt und bin zu meinem 15 km entfernten Stammhändler gefahren. Dort habe ich eine 10 g Probierportion Hirse-Hafer-Mischung geholt. Die hat genau 0,01 Euro gekostet, aber das nur am Rande.

Vorsichtig wurden ein paar Körnchen ins Wasser gegeben, um erst einmal zu sehen, ob das Zeug überhaupt absinkt, oder erst eingeweicht werden muss. Es sinkt. Nicht zu schnell, nicht zu langsam. Die Fische nehmen es begeistert auf, was gleichermassen für die Metynnis altidorsalis gilt. Die allerdings haben nicht die gleiche kräftige Bezahnung wie die Myleus, was am Gößenunterschied der Tiere liegen kann (Myleus 10-13 cm, Metynnis 7-9 cm). Jedoch tut das der Begeisterung keinen Abbruch, sie kauen nur länger dran.

Diese Körnermischung kann man nur in kleinen Portionen verabreichen. Die Fische schlucken es zwar gierig, brauchen aber auch Zeit zum Kauen. Die Tiere schälen die kleinen Hirsekörnchen regelrecht und spucken die Hülsen ein paar Sekunden später aus.

Mit rund 350 kcal/100 g bei rund 4% Fett und 10% Eiweiss ist Hirse auch ein nicht zu nährstoffreiches Futter und wird ins Standardprogramm aufgenommen. Mit rund 1,30 Euro pro Kilo ist das auch finanziell interessant. Probieren Sie es aus!

Ein Metynnis sp. aff maculatus knabbert an einem Hirsekorn.

 

Ein Versuch mit schwarzem Holunder


Derzeit reift überall in der Stadt der schwarze Holunder heran, und natürlich musste auch diese nachwachsende Ressource gleich an meinen Fischen ausprobiert werden.

Die Holunder-Dolde wird sofort als Futter angenommen.

In ihren Heimatbiotopen ernähren sich Myleus-Arten über weite Strecken als spezialisierte Früchtefresser. Was liegt da näher, als den Tieren einmal die Früchte der Saison anzubieten?  Also habe ich eine reife Dolde ins Becken gehängt und nicht lange danach haben die Myleus torquatus das Naschen begonnen. Dabei haben sie unterschiedslos die reifen und unreifen Beeren gefressen.

Laut Wikipedia enthalten unreife Holunderbeeren ein Gift namens Sambunigrin, das bei Vögeln Verdauungsstörungen und Erbrechen auslöst. Auch bei den Fischen scheint es irgendeine Art Bumerang-Effekt gegeben zu haben. Zwar haben sie keine äußeren Anzeichen von Unwohlsein gezeigt, gleichwohl die an den folgendenen Tagen angebotenen Holunderdolden nicht mehr angerührt.

Das ist schade, zumal es ja zunächst nach einer Erfolgsgeschichte aussah, aber den Versuch war es allemal wert.

Löwenzahn als Tiefkühlkost


Herbivore Fische zu füttern ist ja purer Spaß, wie hier schon an verschiedentlicher Stelle erwähnt.

Es ist kein Geheimnis: Löwenzahn (Taraxacum) ist eine bei Scheibensalmlern ziemlich beliebte Futterpflanze. Leider gibt es ihn nur kurze Zeit im Jahr, ab Mitte des Sommers wird es zu trocken und man findet entsprechend wenig davon. Und der Winter ist lang. Deshalb habe ich mal ausprobiert, welchen einzufrieren. Und ich muss sagen: perfetto!

Die „Löffel“ werden einfach 3-4 mal quer zerteilt und dann ab damit in den Tiefkühler. Während frischer Löwenzahn an der Oberfläche schwimmt und damit für die eher oberflächenorientierten Myleus prädestiniert ist, sinkt der gefrostete sachte zu Boden und ist damit auch für die Metynnis gut zugänglich.

Fazit: Ein kostengünstiges Grünfutter, das gut ankommt. Überdies kommt man beim Löwenzahn sammeln mal wieder raus…