Metynnis

Neu: Metynnis orinocensis


Kürzlich bin ich auf einer Händlerliste über Metynnis orinocensis gestolpert. Die werden einerseits nur selten importiert und waren überdies noch unerhört günstig. Also ran! Und hier sind sie…


Bei so jungen Tieren dieser Gattung ist die Artbestimmung grundsätzlich schwierig, aber es sprechen ein paar Gründe dafür, dass es keine Metynnis hypsauchen sind. Und wenn die Tiere wirklich aus dem Orinoco-System stammen, stehen die Chancen nicht schlecht. Später dazu mehr; dann wird es wieder einen meiner berühmt-berüchtigten „Über…“-Artikel geben. Bis dahin können die kleinen Dinger erst mal ein bisschen wachsen…

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Auf Einkaufstour


Kürzlich war ich auf Einkaufstour beim Händler meines Vertrauens. Auf der Einkaufsliste standen Scheibensalmler und Welse.

  1. Metynnis sp. aff maculatus big spots (PERU)
  2. Metynnis hypsauchen
  3. Metynnis lippincottianus

Meine Arbeitshypothese ist, dass die Big Spots derselben Art zuzurechnen sind wie die Metynnis sp. aff. maculatus PERU und es sich bei den Tieren mit wenigen großen Tupfen um eine Standortvariante handelt. Beide Varianten schwimmen bei mir in demselben Becken, so dass der direkte Vergleich möglich ist. Für endgültige Aussagen ist es noch zu früh, aber das Bild zeigt weitestgehende Übereinstimmung in Habitus und Färbung.

Mit den Metynnis hypsauchen kann ich endlich den Verlust meines Schwarms ausgleichen. Zu guter Letzt habe ich endlich ein paar Metynnis lippincottianus erstehen können. Der wohl farbenprächtigste Scheibensalmler, zugleich klein bleibend.

Wie das so ist, bin ich natürlich auch noch mit einigen Buntbarschen und L-Welsen heimgefahren…

Umzug in den Keller


Heute war es soweit: Die Metynnis altidorsalis sind in das 450-Liter-Becken im Keller gezogen. In der Wohnung sah es ein wenig chaotisch aus, aber das muss so… Bei der Gelegenheit habe ich auch ein paar Fische aufs Trockene gesetzt, um sie zu fotografieren und anschließend zu vermessen. Das Resultat: Die altidorsalis sind jetzt nach knapp vier Jahren im 546-Liter-Becken ca. 12 cm groß.

Der Fisch, der aus der Kälte kam


Metynnis Männchen, Aquarienstamm. Charakteristisch sind die unregelmäßigen Tupfen in der Rückenflosse, sowie der rote Saum der Schwanzflosse.

Aus einem Missgeschick kann man unter Umständen mehr lernen als aus monatelanger Beobachtung. Vor einiger Zeit stand eines meiner Aquarien notgedrungen im Keller. Es war ein harter Winter und der Heizer hatte einen erheblichen Temperaturgradienten zu überwinden. Dem Dauereinsatz war er dann nicht gewachsen und fiel aus.

Da ich nicht täglich nach den Fischen sah, habe ich das erst spät bemerkt. Inzwischen war die Temperatur im Becken auf nur 15 °C gesunken. Bei dieser Temperatur begannen die Geophagus altifrons schon zu kollabieren (sie haben es überlebt). Währenddessen blieben die dort einquartierten Dickkopf-Scheibensalmler, Metynnis altidorsalis, davon ziemlich unbeeindruckt. Auch anschließend waren keine Anzeichen von Krankheit zu erkennen.

Interessanterweise findet sich ein ähnlicher Bericht schon 1967 in der DATZ. Dem Autor, Willy Kreitz, war die Heizung ausgefallen und die Beckentemperatur auf 12 °C gefallen, was seine Metynnis schreitmuelleri (=altidorsalis) unbeschadet überstanden. Er berichtete, dass lediglich die Färbung etwas blasser geworden sei.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen, vielleicht auch mit anderen Metynnis- / Myleus-Arten gemacht?

Geschlechtsdimorphismus


Der Begriff Geschlechtsdimorphismus bezeichnet die Unterscheidung der Geschlechter anhand von Formmerkmalen. Bei Metynnis– und Myleus-Arten ist diese sehr unproblematisch anhand der Afterflosse möglich. Daneben gibt es noch Geschlechtsdichromatismus, also die Geschlechtsunterscheidung anhand von Farbmerkmalen. Dieser ist jedoch weniger ausgeprägt und bei den einzelnen Arten auch unterschiedlich, weshalb an dieser Stelle nicht weiter darauf eingegangen wird.

Ganz unabhängig von der Art erkennt man Männchen an der zweilappigen Afterflosse mit ihrem geschwungenen Saum. Beim Weibchen dagegen ist diese ganz gerade. Auf den Bildern ist das gut erkennbar. Leider prägt sich diese Unterscheidung erst relativ spät aus, wenn die Fische fünf bis sechs Zentimeter Standardlänge erreicht haben.

Ganz ähnlich verhält es sich bei Myleus, auch wenn die Afterflossen der Männchen mit ihren sichelförmigen Haken noch etwas anders aussehen. Der „Bauplan“ ist derselbe. Sobald ich passendes Bildmaterial habe, wird es noch ergänzt.