Myleus

Es gibt Fisch!


Gelegenheit macht Allesfresser. Oder Aasfresser. Je nachdem, was sich gerade anbietet. An und für sich ernähren sich Metynnis ja überwiegend von Pflanzen, Algen, Krebstieren und ähnlichem. Myleus sind überwiegend als Früchtefresser einzustufen. Allerdings gehen Fische beider Gattungen auch an Aaas, wenn der Tisch entsprechend gedeckt ist.

Im Aquarium konnte ich beobachten, wie ein sterbender Silberbeilbauch (Gasteropelecus sternicla) von einer Gruppe aus Metynnis lippincottianus und Metynnis orinocensis Stück für Stück zerlegt wurde, während er noch zappelte. Erst wurde der Schwanz abgebissen, dann Stücke aus dem Bauch und vom Kopf, wobei die Scheibensalmler sich um die Beute gestritten haben und mit dem Beilbauch im Maul durchs Becken gestürmt sind. Nach knapp fünf Minuten war nur noch das dicke Rückenstück übrig, welches nicht so leicht abzubeißen war. Kurz darauf war der Beilbauch nur noch Erinnerung.

Nun ist das kein Aquarienphänomen, sondern kommt in der Natur genauso vor, wie dieses Video zeigt. Es handelt sich anders als im Titel angeführt, nicht um Piranhas, sonders um Myleus setiger. Der Serrasalmus im Bild hat gar nicht die Gelegenheit, von dem großen Saugwels abzubeißen.

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Widerstand zwecklos


Das Schaubecken haben diese hübschen Kerlchen laut Auskunft des Händlers in kürzester Zeit kahlgefressen. Das kann man von "Metynnis maculatus" ja auch erwarten... Foto: Fressnapf

Das Schaubecken haben diese hübschen Kerlchen laut Auskunft des Händlers in kürzester Zeit kahlgefressen. Das kann man von „Metynnis maculatus“ ja auch erwarten… Foto: Fressnapf

Ich möchte nur mal kurz meine Neuankömmlinge vorstellen. Diese 6,5 cm großen Myleus konnte ich nicht im Zooladen zurücklassen. Sowas hatte ich bis dato noch nicht live gesehen und wär doch schade drum… Mal sehen, was draus wird.

Hat jemand Hinweise, welche Art das sein könnte? Im Netz gibt es zwar ein paar Fotos, aber keine Benennung.

Vogelfutter


Diesen Artikel wollte ich mal wieder aus dem Fundus holen. Ich halte zwar keine Myleus mehr, aber die Metynnis knabbern genauso leidenschaftlich an den Körnern. Ich füttere sie täglich als kleinen Snack. Wer seinen Fischen etwas Abwechslung bieten will, kann auch Sonnenblumenkerne, Leinsaat, Nüsse und Kürbiskerne anbieten.

Vogelfutter für Fische? Klingt verrückt, ist es womöglich sogar,  es funktioniert aber.

Von einem Beitrag im Raubsalmlerforum, den ich vor längerer Zeit gefunden hatte, habe ich mich inspirieren lassen, meine Scheibensalmler mal mit Hirse zu füttern. In dem Foren-Beitrag ging es um Myleus-Arten, deshalb hatte ich das nicht weiter verfolgt, für die kleinen Metynnis kam das irgendwie nicht in Frage.

Die Hirse-Hafer-Mischung wird gut angenommen.

Da seit kurzem auch ein paar Myleus in meinem Becken schwimmen, habe ich die Idee wieder hervorgekramt und bin zu meinem 15 km entfernten Stammhändler gefahren. Dort habe ich eine 10 g Probierportion Hirse-Hafer-Mischung geholt. Die hat genau 0,01 Euro gekostet, aber das nur am Rande.

Vorsichtig wurden ein paar Körnchen ins Wasser gegeben, um erst einmal zu sehen, ob das Zeug überhaupt absinkt, oder erst eingeweicht werden muss. Es sinkt. Nicht zu schnell, nicht zu langsam. Die Fische nehmen es begeistert auf, was gleichermassen für die Metynnis altidorsalis gilt. Die allerdings haben nicht die gleiche kräftige Bezahnung wie die Myleus, was am Gößenunterschied der Tiere liegen kann (Myleus 10-13 cm, Metynnis 7-9 cm). Jedoch tut das der Begeisterung keinen Abbruch, sie kauen nur länger dran.

Diese Körnermischung kann man nur in kleinen Portionen verabreichen. Die Fische schlucken es zwar gierig, brauchen aber auch Zeit zum Kauen. Die Tiere schälen die kleinen Hirsekörnchen regelrecht und spucken die Hülsen ein paar Sekunden später aus.

Mit rund 350 kcal/100 g bei rund 4% Fett und 10% Eiweiss ist Hirse auch ein nicht zu nährstoffreiches Futter und wird ins Standardprogramm aufgenommen. Mit rund 1,30 Euro pro Kilo ist das auch finanziell interessant. Probieren Sie es aus!

Ein Metynnis sp. aff maculatus knabbert an einem Hirsekorn.

 

Myleus schomburgkii erfolgreich nachgezogen


Eine gelungene Nachzucht ist der Ritterschlag in der Aquaristik, insbesondere dann, wenn man als erster den Code knacken kann.  Vor einiger Zeit hatte ich mal im Raubsalmler-Forum gefragt, ob Myleus schon mal nachgezogen wurden, und die einhellige Antwort war „Nein“. Peter Jäger hat uns jetzt bei Myleus schomburgkii (die Variante mit breitem Band) eines besseren belehrt.

In der neuen DATZ (Oktober 2011) wurde jetzt ein entsprechender Zuchtbericht veröffentlicht. Peter beschreibt darin seine mehr oder weniger zufällige Nachzucht von M. schomburgkii. Die Zutaten sind dieselben, wie sie auch schon für andere Scheibensalmler beschrieben wurden: Weiches, leicht saures Wasser, häufige Frischwasserzufuhr (alle 5 Tage ein Drittel) sowie Temperaturen um 28°C mit nächtlicher Absenkung. Leider wird nichts über die Fütterung berichtet, aber offenbar hat sich der Salmlerschwarm von 15 Tieren so wohl gefühlt, dass die Laichbereitschaft eingesetzt hat. Erstaunlich ist auch, dass die Nachzucht in einem Gesellschaftsbecken von nur 864 Litern gelungen ist.

Also, herzlichen Glückwunsch von dieser Seite und ich hoffe, dass es noch viele Zuchtberichte von diesen und anderen Myleus-Arten geben wird.

Imponierende Männchen von Myleus schomburgkii. Foto: Enrico Richter

Augenschmaus (3)


Endlich habe ich mal schöne Bilder von Myleus torquatus bekommen können. Die Fotos wurden kurz nach einer Umsetzaktion gemacht, weshalb die Tiere noch nicht die volle Farbe zeigen. Immerhin ist der stimmungsabhängig vorhandene schwarze Flossensaum in der gut erkennbar. Die Männchen werden über die Zeit noch mehr Rot in der Afterflosse und der Schwanzflosse bekommen.

Paar von Myleus torquatus, links Weibchen, rechts Männchen. Foto: Enrico Richter.

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