nicht spezifiziert

Ein unbekannter Metynnis


Diese Fische waren vor einiger Zeit unter der Bezeichnung Metynnis hypsauchen bei OF Aquaristik zu haben. Die letzten fünf Tiere hat ein Bekannter sichergestellt. Aber sind es auch welche?

Angeblich kommen diese Tiere aus Peru, was Metynnis hypsauchen nicht grundsätzlich ausschließt. 1945 wurde diese Art durch Henry Weed Fowler dort dokumentiert. Weitere Belege gibt es meines Wissens jedoch auch nicht. Andererseits sind Händlerangaben zu Fangorten auch notorisch unzuverlässig.

Jetzt lehne ich mich einmal weit aus dem Fenster und behaupte, dass es sich um einen jungen Metynnis orinocensis handelt. Das ist zwar auch kein in Peru vorkommender Vertreter dieser Gattung, und dennoch spricht einiges dafür.

Steindachner (1908) beschreibt den Metynnis orinocensis als „im Profil sehr schwach konvex. Stirngegend stärker konkav.“ Das ursprünglich beschriebene Material ist nicht mehr auffindbar, aber Zarske und Géry haben im Zuge ihrer Revision Syntypen dieser Art identifiziert, also Tiere, die am selben Ort wie das verschollene Typusexemplar gefangen wurden. In ihrer Abhandlung ist ein junger Metynnis orinocensis abgebildet (Katalognummer ZMB 11986), der diesem Exemplar für meine Begriffe erstaunlich ähnlich sieht.

Wenn meine Theorie stimmt, müssten die Tiere später eine relativ gestreckte Körperform annehmen (vgl. hier). In einem Jahr werden sie ausgewachsen sein, dann wissen wir mehr…

Nachtrag: Nach heutigem Kenntnisstand handelt es sich bei diesem Tier eher um ein Exemplar aus dem Formenkreis um Metynnis luna. Dafür spricht der wuchtige Kiemendeckel und die Form der Bauchlinie. Bei Metynnis orinocensis ist der tiefste Punkt viel weiter hinten. Die Nackenlinie dagegen ist eher untypisch. Es bleibt also ein unbekannter Metynnis…

Bei dem Tier handelt es sich vermutlich um einen jungen Metynnis luna. Größe ca 7 cm SL. Foto: Enrico Richter.

 

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