orinocensis

Über Metynnis orinocensis


In der letzten Fang- und Importsaison wurden Orinoko-Scheibensalmler, Metynnis orinocensis, eingeführt. Nachdem ich mir diese Fische ein halbes Jahr lang angeschaut und die verfügbare Literatur gesichtet habe, bin ich der Ansicht, dass die Art korrekt bestimmt ist. Die Details können ab sofort im Artportrait von Metynnis orinocensis nachgelesen werden.

Wer also noch auf der Suche nach einem hochrückigen Scheibensalmler ist, kann die Anschaffung von Metynnis orinocensis in Erwägung ziehen. Aktuell sind verschiedentlich noch Tiere im Handel zu finden.

Übrigens, in einem früheren Beitrag hatte ich schon mal über die Art berichtet und dabei dieses Youtube-Video verlinkt. Allerdings würde ich rückblickend bezweifeln, dass das gezeigte Tier tatsächlich ein Metynnis orinocensis ist. Da in der Erstbeschreibung schon halb ausgewachsene Tiere bestimmt wurden, ist es ziemlich ausgeschlossen, dass die Orinoko-Scheibensalmler im Alter so langgestreckt und wenig hochrückig werden wie das Exemplar in diesem Video.

 

 

Advertisements

Überlebenskünstler


Scheibensalmler sind hart im Nehmen. Das hat sich in unterschiedlichen Situationen mehrfach erwiesen. In der Vergangenheit hatten Metynnis hypsauchen schon akuten Sauerstoffmangel überstanden und Metynnis altidorsalis einen Heizungsausfall mit Temperaturabfall auf 15°C.

Diesmal gab es wieder einen Heizungsschaden, diesmal jedoch hat sich die Heizung nicht abgeschaltet. In der Folge hat der Heizer (ein Tetratec ProLine 250) das 300l-Becken, in dem sich Metynnis lippincottianus und Metynnis orinocensis befinden, bis auf 37,7 °C auf. Das hat sämtliche Beifische das Leben gekostet: Paracheirodon innesi, Lonchogenys ilisha, Gasteropelecus sternicla. Die Scheibensalmler aber haben es -bis auf einen- überstanden! Das war auf jeden Fall grenzwertig und viel Spielraum nach oben wäre nicht mehr gewesen. Ein Metynnis orinocensis ist dem Vorfall zum Opfer gefallen und ein weiterer hing schon an der Oberfläche, um etwas mehr Sauerstoff zu bekommen. Gemessen am Gesamtschaden haben sie sich aber extrem gut gehalten.

Fazit: Auch wenn bei allen diesen Vorkommnissen verschiedene Arten im Spiel waren, lässt sich für mich daraus ableiten, dass Metynnisarten im Aquarium äußerst robust sind und einiges an Pflegefehlern und Technikproblemen tolerieren. Anfängerfische sind die trotzdem nicht.

 

Es gibt Fisch!


Gelegenheit macht Allesfresser. Oder Aasfresser. Je nachdem, was sich gerade anbietet. An und für sich ernähren sich Metynnis ja überwiegend von Pflanzen, Algen, Krebstieren und ähnlichem. Myleus sind überwiegend als Früchtefresser einzustufen. Allerdings gehen Fische beider Gattungen auch an Aaas, wenn der Tisch entsprechend gedeckt ist.

Im Aquarium konnte ich beobachten, wie ein sterbender Silberbeilbauch (Gasteropelecus sternicla) von einer Gruppe aus Metynnis lippincottianus und Metynnis orinocensis Stück für Stück zerlegt wurde, während er noch zappelte. Erst wurde der Schwanz abgebissen, dann Stücke aus dem Bauch und vom Kopf, wobei die Scheibensalmler sich um die Beute gestritten haben und mit dem Beilbauch im Maul durchs Becken gestürmt sind. Nach knapp fünf Minuten war nur noch das dicke Rückenstück übrig, welches nicht so leicht abzubeißen war. Kurz darauf war der Beilbauch nur noch Erinnerung.

Nun ist das kein Aquarienphänomen, sondern kommt in der Natur genauso vor, wie dieses Video zeigt. Es handelt sich anders als im Titel angeführt, nicht um Piranhas, sonders um Myleus setiger. Der Serrasalmus im Bild hat gar nicht die Gelegenheit, von dem großen Saugwels abzubeißen.

Neu: Metynnis orinocensis


Kürzlich bin ich auf einer Händlerliste über Metynnis orinocensis gestolpert. Die werden einerseits nur selten importiert und waren überdies noch unerhört günstig. Also ran! Und hier sind sie…


Bei so jungen Tieren dieser Gattung ist die Artbestimmung grundsätzlich schwierig, aber es sprechen ein paar Gründe dafür, dass es keine Metynnis hypsauchen sind. Und wenn die Tiere wirklich aus dem Orinoco-System stammen, stehen die Chancen nicht schlecht. Später dazu mehr; dann wird es wieder einen meiner berühmt-berüchtigten „Über…“-Artikel geben. Bis dahin können die kleinen Dinger erst mal ein bisschen wachsen…